Projekt: Kerzentauchbehälter Frühmittelalter

Bei den Demonstrationen zur Kerzenproduktion im Frühmittelalter im Freilichtlabor „Karolingerzeitlicher Herrenhof Lauresham“ wird von Besuchern verschiedentlich die Frage gestellt, ob in dieser Epoche Kerzen durch die Tauchmethode hergestellt wurden.(¹)

Bisher gab ich die Antwort „möglich, aber unwahrscheinlich“ und verwies auf die zu dieser Zeit üblichen vglw. niedrigen kugeligen Gefäße. Bauartbedingt lassen sie nur kurze Kerzen zu.

Ich fand die Fragestellung interessant, was zu vertiefenden Recherchen und Gesprächen mit Experten führte. Den ausschlaggebenden Hinweis gab Keramikmeister Helmut Studer. In der Stiftskirche St. Walburga in Meschede wurden neben den herkömmlichen Kugeltöpfen auch zylindrisch geformte entdeckt. Sie wirken so, als würden sie ideal zusammen- oder sogar ineinanderpassen. Der Fund wird auf etwa 900 n. Chr. datiert.

Bei Helmut Studer gab ich eine Kombination aus Kugel- und Zylindertopf in Auftrag. Sie wurden als Badorfer Ware ausgeführt, wobei der größere äußere Behälter kugelförmig mit einer weiten Öffnung ist. In ihm befindet sich ein kleinerer zylindrischer Topf. Er wurde mit drei Tonperlen an seiner Unterseite versehen, damit der innere Topf nicht vollständig aufsteht und das Wasser im äußeren Topf zirkulieren kann.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr ein Versuch unternommen wird, um zu prüfen, ob Kerzen tauchen unter den damaligen Bedingungen im FMA eine plausible Herstellungsoption gewesen sein könnte.


(¹) Bei dieser Methode wird Wachs in einem separaten Behälter in einem Wasserbad aufgeschmolzen, um die Temperatur des Wachses und den Produktionsprozess besser kontrollieren zu können.

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